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Disaster Recovery-Service und herkömmliches Backup: Für und Wider

Disaster Recovery-Service und herkömmliches Backup: Für und Wider

Juli 27
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Durch die Cloud hat sich die Geschäftswelt auf beispiellose Weise gewandelt. Sie hat unseren Umgang mit Software von einem Augenblick auf den anderen verändert und uns dazu gebracht, genau zu überlegen, wie wir unsere IT-Systeme sichern. Disaster Recovery as a Service (DRaaS) ist eine schnell wachsende Realität – aber ist sie auch das Richtige für Sie? Das erfahren Sie hier. Wir untersuchen Für und Wider der beiden Methoden und klären, ob Disaster Recovery-Service das Richtige für Sie ist.

Willkommen bei der Datensicherung der alten Schule

Da Band im Allgemeinen als weniger zuverlässige Alternative gilt, besprechen wir hier die Speicherung auf Festplatten als herkömmliche Methode. Es tut mir leid für die Fans der Bandspeicherung, aber die Schönheitskönigin des Backup ist die Festplatte. Wenn man das volle Potenzial der Festplatte nutzt, kann sie die Klammer einer umfassenden Datensicherungsstrategie bilden, die Backup und Wiederherstellung optimiert und die alltäglichen Verwaltungsprozesse vereinfacht. Die Datensicherung der alten Schule bietet vor allem drei wesentliche Vorteile:

  1. Hervorragende Leistung: Festplattenbasierte Systeme bieten Bestmarken im Bereich der Leistung, da sie außerordentlich schnell Daten schreiben und suchen. Das ermöglicht schnellere nächtliche Backups und kürzere Wiederherstellungszeiten bei plötzlichem Bedarf.
  2. Flexible Funktionalität: Da Festplatten sehr flexibel sind, können IT-Manager die BDR-Lösungen durch Einbindung einer Reihe nützlicher Funktionen weiter optimieren. Deduplizierung beispielsweise kann Unternehmen helfen, durch Entfernen redundanter Daten aus dem Backup-Prozess Zeit und Raum zu sparen.
  3. Überzeugende Zuverlässigkeit: Jedes System kann ausfallen. Beim Thema Zuverlässigkeit können Vertreter der alten Schule jedoch auf die dokumentierten Verfügbarkeitsprobleme der Cloud verweisen. Datensicherungstechnologien wie RAID und die Möglichkeit, jeden kritischen Aspekt intern zu überwachen, steigern die Zuverlässigkeit.

Herkömmliches Backup: Kapazitäts- und Persistenzbedenken

Die herkömmliche Methode ist überzeugend genug, dass sie auch noch in weiterer Zukunft für BDR-Anforderungen herangezogen werden wird. Bei sorgfältiger Integration in die IT-Umgebung kann sie eine Lösung bieten, an die man, wenn sie einmal eingerichtet ist, nicht mehr denken muss – einfach zu automatisieren und noch einfacher zu verwalten. Dennoch: Das Vertraute ist nicht immer das Richtige. Befürworter der Cloud haben in folgenden Punkten gute Argumente gegen herkömmliche Lösungen:

  1. Kapazitätsprobleme: Der größte Nachteil herkömmlicher Systeme (Festplatte und Band) ist der Platz, den sie benötigen. Je mehr Daten Sie haben, desto mehr Raum benötigen Sie für Backup und Speicherung. Die Kapazitätskosten können ein wichtiger Einwand sein, wenn man bedenkt, dass durch das omnipräsente Risiko einer lokalen Katastrophe externe Speicherung unumgänglich ist.
  2. Netzwerkprobleme: Backup und Wiederherstellung sind nur ein kleiner Teil der Funktionen, die über das Unternehmensnetzwerk ausgeführt werden. SAN- und NAS-Geräte können den Speicherbedarf abdecken. Da Sie aber ständig sicherstellen müssen, dass ausreichend Bandbreite zur Verfügung steht, kann die Netzwerkplanung ziemlich mühsam werden.
  3. Persistenzbedenken: Fehlende Archivqualität bedeutet, dass die Festplatten notwendig mit Band, optischen Medien oder anderen haltbareren Speichern kombiniert werden müssen. Aus diesem Grund kann das Beibehalten herkömmlicher Systeme Unternehmen mit komplexem Datenspeicherungsbedarf teuer zu stehen kommen.
Businessman is holding a blue cloud gear icon on blackboard

Auftritt Cloud

Ich persönlich bevorzuge Produkte der Enterprise-Klasse wie ShadowProtect Desktop. Umfassende Systemsicherung ist beruhigend, und diese Ruhe möchte ich nicht missen. Aber wenn ich herzzerreißende Geschichten von PC-Benutzern höre, die fürchten, ihre Daten unwiederbringlich verloren zu haben, empfehle ich die Cloud für Backup und Disaster Recovery. Bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen. Otto Normalverbraucher wäre wahnsinnig, all die kostenlosen Speicherangebote von Internetgiganten wie Google und Microsoft nicht zu nutzen, mit denen sie die Massen für Ihre Services ködern.

Cloud Computing trieft vor Flexibilität. Es kann Backup und Wiederherstellung auf vielfache Weise vereinfachen. Einige Anbieter betreiben Services auf Dateiebene. Diese sind ideal für KMUs, die einzelne Dateien und Ordner sichern und wiederherstellen müssen. Andere spezialisieren sich auf Image-basierte Lösungen, die einen kompletten Server in einem Arbeitsgang sichern und wiederherstellen können. Bei einer Wiederherstellung können Daten in lokale Systeme, virtuelle Maschinen und fallweise sogar sekundäre Cloud-Standorte übertragen werden.

Die Vorteile des Disaster Recovery-Service

Der Disaster Recovery-Service bietet nicht nur höhere Flexibilität, sondern auch Vorteile wie die folgenden:

Kosteneffizienz: Bei Cloud-Lösungen muss man sich keine Gedanken über Kapitalkosten machen. Sie haben erschwingliche Gesamtbetriebskosten, die den meisten Budgets zusagen. Darüber hinaus erleichtert das kalkulierbare Preismodell die Verwaltung dieser Kosten.

Erweiterte Datensicherung: Die besten DRaaS-Anbieter bieten auf jedem Level beeindruckende Sicherheitsmethoden der Enterprise-Klasse. Schon die schlichte Nutzung der zusätzlichen Möglichkeiten der Cloud verstärkt Ihre Datensicherungsstrategie enorm.

Einfache Bereitstellung: Es muss keine Software installiert werden, der Konfigurierungsaufwand ist minimal. Ihr System kann grundsätzlich in Minutenschnelle den Betrieb aufnehmen. Als zusätzlichen Vorteil bieten viele Disaster Recovery-Serviceunternehmen Zugriff zu Basis-Apps für das Herstellen der Verbindung, das Synchronisieren und Verwalten der Backups von Mobilgeräten aus.

IT-freundliche Technik: Die Cloud ist das ultimative plattformübergreifende Computing-System. Sie können im Allgemeinen eine einfache und flotte Integration in bestehende IT-Systeme, Anwendungen und Geräte erwarten.

Skalierbarkeit und Elastizität: Theoretisch eliminiert Cloud Computing Probleme mit der physischen Kapazität, die in herkömmlichen Systemen eine Plage sind. Es ist skalierbar und beweglich, und daher können sich Unternehmen an das Geschäftsklima anpassen – auch wenn die Kapazität zurückgenommen werden muss.

Einschränkungen beim Disaster Recovery-Service

Wenn es je einen Fall gab, in dem das Für das Wider überwog, dann wohl alles, was mit der Cloud in Zusammenhang steht. Hier einige der Einschränkungen, die man bei einem Disaster Recovery-Service in Kauf nehmen muss.

Leistungsprobleme: Die Geschwindigkeit und Gesamtleistung Cloud-basierter BDR hängt zur Gänze von der Internetverbindung des Anbieters ab. Ist eine Verbindung – gleichgültig, aus welchem Grund – langsam, so kann sie die Strategien für tägliches Backup behindern und die Wiederherstellungsziele gefährden.

Fragwürdige SLAs: Für kritische Aspekte, etwa Leistung und Verfügbarkeit, können Cloud-Anbieter aufgrund der Art der Umgebung so gut wie unmöglich Garantien übernehmen. Daher kann die Präzision ihrer SLAs immer ein sensibles Thema sein.

Sicherheitsbedenken: Disaster Recovery-Serviceunternehmen verschlüsseln üblicherweise aus Sicherheitsgründen die Daten für den Weg zu und den Verbleib auf ihren Servern. Das ist eine gute Sache, aber der physische Schutz im Rechenzentrum, potenzielle Probleme aufgrund der Mandantenfähigkeit und mitunter Online-Bedrohungen machen Cloud-Sicherheit zu einer ziemlich mühseligen Sache.

Lock-in-Effekt: Dieser Ausdruck ist mittlerweile fast synonym mit Cloud Computing. Das Migrieren riesiger Datenmengen verursacht hohe Kosten und große Unannehmlichkeiten. Dadurch sind Sie möglicherweise gezwungen, bei einem Service-Anbieter zu bleiben, auch wenn er Ihre Ansprüche nicht ganz erfüllt.

Die Entscheidung:

Jede Technologie hat ihre Schwächen und Mängel, da sind BDR-Modelle keine Ausnahme. Die hier besprochenen Modelle können Sprungbrett für jede Art von Notfallplanung sein. Wer auf Folgendes achtet, wird die richtige Entscheidung treffen:

Netzwerkimplikationen: Die Entwicklung der Netzwerktechnologien ermöglicht die vollständige betriebsinterne Abwicklung noch der komplexesten Projekte. Die Bandbreite und die Anschlusskapazitäten bestimmen jedoch, was intern unterstützt werden kann. Lassen Sie nie Netzwerkfähigkeiten und -auswirkungen außer Acht.

Benutzerrollen: Eine Disaster Recovery-Servicelösung enthebt das Personal nicht all seiner Verantwortung. Überlegen Sie sich, wie sich die Integration von Drittanbietern-Anwendungen in Ihre Backup-Umgebung auf die IT-Verwaltung und die Benutzerrollen auswirkt.

Vorhandene Ressourcen: Viele Unternehmen wenden sich ganz einfach deswegen an verwaltete Services, weil sie nicht über ausreichend interne Ressourcen verfügen. Wenn Sie alle Optionen gegen Ihr vorhandenes Personal, dessen Fachkompetenz und verfügbare Zeit abwägen, werden Sie vermutlich die richtige Antwort finden.

Aufbewahrungsrichtlinien: Wenn man an jeder kleinen Datenmenge hängt, kommt das teuer.  Firmen lernen das schnell, wenn sie die Backups und den Speicher in der Gleichung berücksichtigen. In diesem Fall ist eine Prüfung der Aufbewahrungsrichtlinien unumgänglich. Eine solche Prüfung kann Ihnen helfen festzustellen, welches Modell mit Bezug auf Backup-Frequenz und Wiederherstellungszielen sinnvoll ist.

Realistischer Bedarf: Ändern Sie Ihre Strategie nicht, nur um sich neuen Trends anzuschließen. Wenn Sie von der Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit Ihrer bestehenden Umgebung überzeugt sind, sollten Sie wahrscheinlich alles belassen, wie es ist. Andererseits kann eine dramatische Verschiebung Ihres Geschäftsmodells oder Ihrer Infrastruktur bedeuten, dass eine Überprüfung angezeigt ist. Nur Sie wissen, was das Richtige ist.

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Das Beste aus beiden Welten

Immer noch unentschieden, ob Disaster Recovery-Service oder herkömmliche Backups? Das ist in Ordnung. Vielleicht liegt die beste Entscheidung genau in der Mitte. Bei einer hybriden Lösung stützen Sie sich nicht ausschließlich auf die Cloud, sondern ergänzen Sie lediglich Ihre bestehende Umgebung. Wenn dann ein lokaler Notfall eintritt, können Sie Ihre Daten aus der Cloud wiederherstellen. Und falls das Netzwerk Ihres Anbieters ausfällt, können Sie auf einem Gerät vor Ort auf eine Kopie Ihrer Daten zugreifen. Das ist wirklich das Beste aus beiden Welten.

Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels von Contel Bradford für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.